Wer wir sind

 

Ihr Ansprechpartner in Deutschland: Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland

Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland ist direkter Ansprechpartner für alle deutschen Verbraucher in grenzüberschreitenden Fragen. Es informiert und berät sie zu ihren Rechten, etwa wenn sie bei einem Händler in einem anderen EU-Land einkaufen möchten. Außerdem unterstützt es Verbraucher, die Probleme mit einem Unternehmen im Ausland haben und alleine nicht weiterkommen. Das kann den grenzüberschreitenden Einkauf betreffen, zum Beispiel bei Nichtlieferung der Ware, aber auch Ihre Rechte als Fluggast bei Verspätung und vieles mehr. Wie wir Ihren Fall lösen, erfahren Sie hier.

Wir arbeiten dabei mit unseren Kollegen aus dem Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren zusammen, das in allen 28 Mitgliedstaaten der EU, in Island und in Norwegen mit einem Standort vertreten ist (siehe unten). Das EVZ Deutschland hat eine zweite Anlaufstelle in Kiel. 

Die Leistungen des Europäischen Verbraucherzentrums sind kostenlos. Finanzpartner sind die Europäische Kommission und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

 

Rat und Hilfe für Verbraucher in Europa - das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren

Damit Verbraucher in Europa nicht allein gelassen werden und ihr Vertrauen in den Binnenmarkt gestärkt wird, hat die Europäische Kommission 2005 ein Netzwerk ins Leben gerufen, das Verbrauchern mit Rat und Tat bei allen europäischen Fragen zur Seite steht.  Das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (engl. European Consumer Centres Net, kurz ECC-Net) ist in jedem der 28 EU-Staaten sowie in Island und Norwegen mit einem Zentrum vertreten. 

Hier finden Verbraucher nicht nur Informationen zu ihren Rechten in Europa, sei es beim Einkaufen oder Reisen, sondern erhalten auch kostenlose juristische Unterstützung bei Streitigkeiten mit einem Unternehmen im EU-Ausland, in Island oder Norwegen. Um diese grenzüberschreitenden Streitigkeit außergerichtlich beizulegen, arbeiten die Juristen mit ihren Kollegen in den jeweiligen Ländern eng zusammen. 

Daneben sammeln die Europäischen Verbraucherzentren Informationen zu aktuellen Verbraucherproblemen und bereiten sie für statistische und politische Zwecke auf. Die Ergebnisse werden an die Gesetzgeber und nationalen Durchsetzungsbehörden weitergeleitet. In diesem Rahmen führt das Netzwerk auch vergleichende Rechtsanalysen und länderübergreifende Studien durch zu aktuellen Fragen des Verbraucheralltags, z.B. zu Garantie und Gewährleistung.

Finden Sie hier alle Europäischen Verbraucherzentren auf unserer interaktiven Karte.

Sie wollen einen Handwerker aus einem EU-Nachbarland beauftragen und haben Fragen? Oder ein Unternehmen aus dem europäischen Ausland verweigert Ihnen den Zugang zu seinen Dienstleistungen, weil Sie nicht in seinem Land leben? 

Die EU-Dienstleistungsrichtlinie soll Verbrauchern garantieren, innerhalb der EU, Liechtenstein, Island und Norwegen bestimmte Leistungen auch grenzübergreifend in Anspruch nehmen zu können.

Da sich die Vorschriften der einzelnen Länder unterscheiden, benötigen Verbraucher verlässliche Informationen, was dabei zu beachten ist - und rechtliche Hilfe, falls es zu Problemen kommt. Denn viele Verbraucher zögern heute noch, Dienstleistungen aus anderen Ländern zu nutzen, auch wenn diese günstiger wären oder den persönlichen Bedürfnissen besser entsprechen würden. Das kann den Tourismus betreffen, Hausbau oder auch das Mieten eines Autos.

Deshalb informiert das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zu:

  • den jeweiligen Rechtsvorschriften und Anforderungen an den Verbraucherschutz in der EU
  • Beratung und Hilfe im Einzelfall
  • Rechtsschutz im Streitfall

Mehr Informationen finden Sie auf unserer Seite zu Dienstleistungen.

Das EVZ Deutschland ist Ihnen dabei behilflich, Verbraucherstreitigkeiten mit einem Online-Händler oder Dienstleister aus einem anderen EU-Land bei einer geeigneten Schlichtungsstelle gütlich beizulegen. Als nationale Kontaktstelle für die Europäische Plattform zur Online-Streitbeilegung (= OS-Kontaktstelle) beraten wir Verbraucher, Unternehmen und Verbraucherschlichtungsstellen.

Außergerichtliche Streitbeilegung ist in der Regel kostenlos, schneller und weniger nervenaufreibend als der Gang zum Gericht. Bei fast allen Streitigkeiten im Online-Bereich können sich Verbraucher an eine Schlichtungsstelle in der EU wenden.

Um den Weg zur Schlichtung zu erleichtern, gibt es auf europäischer Ebene die OS-Plattform. Hier können Sie zum Beispiel eine Beschwerde gegen ein Unternehmen einreichen. Weitere Informationen zur Plattform finden Sie über den Hilfe-Button.

 

 

 

Eine Adresse für zwei Länder: Unsere Trägerstruktur

Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland ist unter dem Dach des deutsch-französischen  Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (ZEV) angesiedelt - wo sich auch das Europäische Verbraucherzentrum Frankreich befindet. Der gemeinnützige Verein in Kehl an der Grenze zu Straßburg engagiert sich seit 1993 für deutsch-französische Verbraucherinteressen.

Seit dem Jahr 2005 vertraut sowohl der deutsche als auch der französische Staat dem Verein die Beherbergung der Europäischen Verbraucherzentren ihres jeweiligen Landes an. Damit ist das Kehler Zentrum die einzige binationale Struktur innerhalb des Netzwerks der Europäischen Verbraucherzentren. Mittlerweile sind die Europäischen Verbraucherzentren Deutschland und Frankreich die wichtigsten Akteure im Netzwerk und in über die Hälfte aller insgesamt bearbeiteten Verbraucherfälle involviert.

 

Heute sind unter dem Dach insgesamt sechs Stellen angesiedelt:

  • das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland
  • das Europäische Verbraucherzentrum Frankreich
  • die eCommerce-Verbindungsstelle Deutschland, die Verbraucher und Anbieter zum Thema Online-Handel berät
  • der Online-Schlichter, der bei einer Streitigkeit zwischen Verbrauchern und Online-Händlern vermittelt
  • die Kontaktstelle für deutsche Verbraucher bei Fragen zu Dienstleistungen aus dem Ausland (gemäß Artikel 21 der Dienstleistungsrichtlinie)
  • die Kontaktstelle für französische Verbraucher bei Fragen zu Dienstleistungen aus dem Ausland (gemäß Artikel 21 der Dienstleistungsrichtlinie)

Europäische Partnernetzwerke

Stellt das Europäische Verbraucherzentrum fest, dass sich die Beschwerden gegen einen bestimmten Händler häufen, werden die Informationen in anonymisierter Form an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weitergeleitet. Es ist für die meisten Fälle grenzüberschreitender Verbraucherrechtsverstöße zuständig, beauftragt aber auch oft Dritte (z.B. den Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.), um die Unternehmen zunächst abzumahnen.

Neben dem BVL wirken weitere Behörden an der Durchsetzung von Verbraucherrechten innerhalb der EU mit: Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) nimmt die Rechte von Fluggästen wahr, die Landesbehörden sind für die Bereiche Fernsehtätigkeit, Preisangaben und Humanarzneimittel sowie bei Verstößen von Versicherungsunternehmen unter Landesaufsicht zuständig. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) schließlich ist zuständig für Verstöße von Versicherungsunternehmen, die der Aufsicht der BaFin unterstehen, sowie für Verstöße von Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstituten. Mit dem Behördennetzwerk wurde eine effektive Struktur für den europaweiten Verbraucherschutz geschaffen. Deutsche und ausländische Institutionen und Organisationen arbeiten dabei eng zusammen.

Um die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten in grenzüberschreitenden Rechtsstreitigkeiten zu erleichtern, wurde 2001 von der EU das Europäische Justizielle Netz für Zivil- und Handelssachen (EJN) ins Leben gerufen. Bei Zivil- und Handelssachen handelt es sich beispielsweise um Familienstreitigkeiten oder Vermögensfragen, nicht jedoch um Straf- oder Steuersachen. Außerdem werden für EU-Bürger auf der Internetseite des EJN zahlreiche Informationen über die Mitgliedstaaten, das Gemeinschaftsrecht, das internationale Recht und über diverse zivil- und handelsrechtliche Themen bereitgestellt.

Das SOLVIT-Netzwerk befasst sich mit der Lösung von Problemen, die durch die fehlerhafte Anwendung von Binnenmarktvorschriften durch Behörden entstehen. In jedem Mitgliedstaat der EU sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein gibt es eine SOLVIT-Stelle. Auch diese Stellen arbeiten eng zusammen.

Die Tätigkeit von SOLVIT umfasst insbesondere folgende Themengebiete:

  • Anerkennung von Berufsqualifikationen und Diplomen
  • Zugang zu Aus- und Weiterbildung
  • Aufenthaltsgenehmigungen und Wahlrecht
  • Soziale Sicherung und Arbeitnehmerrechte
  • Führerscheine und Zulassung von Kraftfahrzeugen
  • Grenzkontrollen und Besteuerung
  • Marktzugang für Produkte und Dienstleistungen
  • Niederlassung als Selbständiger
  • sowie der freie Kapital- und Zahlungsverkehr.

Wenn ein solches Problem auftritt, kann sich der Bürger an seine lokale SOLVIT-Stelle, die Heimat-SOLVIT-Stelle wenden. Diese Stelle prüft, ob tatsächlich eine fehlerhafte Anwendung von Binnenmarktvorschriften vorliegt. Wenn dies der Fall ist, wird der Fall an die SOLVIT-Stelle in dem Staat weitergeleitet, in dem das Problem aufgetreten ist. Dies ist die federführende SOLVIT-Stelle. Ihr Ziel ist es, mit der nationalen Behörde eine Lösung auszuhandeln. Das Problem soll so schneller bearbeitet werden als bei Durchführung eines offiziellen Beschwerdeverfahrens. Die deutsche SOLVIT-Stelle ist beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie angesiedelt.

Als Schnittstelle zwischen Bürgern und der EU auf lokaler Ebene fungieren knapp 500 Europe Direct-Stellen in der gesamten Union. Sie geben den Bürgern vor Ort Informationen, Rat, Hilfe und Antworten auf Fragen über die Europäische Union. Mit Vorträgen, Studienfahrten und anderen Veranstaltungen fördern Sie zudem lokale und regionale Debatte über die Europäische Union und ihre Maßnahmen. Schließlich bieten sie der Öffentlichkeit auch die Gelegenheit, den Institutionen der EU ein Feedback zu geben.

Die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland koordiniert die Arbeit des Europe Direct-Netzwerks, versorgt die Zentren mit Materialien und veranstaltet Weiterbildungen für die Mitarbeiter.

Das Beratungsnetzwerk bietet praktische Unterstützung insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, wenn sie einen Geschäftspartner in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union suchen, wenn es darum geht, eine innovative Idee umzusetzen und wenn Fördermittel der EU beantragt werden sollen.

RAPEX (kurz für: Rapid Exchange of Information System) ist ein Schnellwarnsystem der EU, das über gefährliche Produkte informiert, dei z.B. gesundheitsschädliche Bestandteile oder Materialien enthalten oder technische Mängel aufweisen. Produktgruppen sind unter anderem Spielzeug, Kleidung oder Elektrogeräte. Ausgenommen sind Lebensmittel und Medikamente sowie pharmazeutische Produkte.

Mit RAPEX können Informationen innerhalb der EU zu gefährlichen Produkten rasch ausgetauscht werden. Die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher der Europäischen Kommission veröffentlicht wöchentlich einen Bericht über aktuelle RAPEX-Warnungen.