Warum betrifft es Sie?

Stand der Informationen : Februar 2017

Sie wollen beispielsweise einen Handwerker aus einem EU-Nachbarland beauftragen? Oder in der EU, Liechtenstein, Norwegen oder Island ein Auto mieten? In all diesen Ländern haben Verbraucher dank EU-Dienstleistungsrichtlinie die Möglichkeit aus einer großen Auswahl von Dienstleistungen zu konkurrenzfähigen Preisen frei zu wählen.

Da sich die Vorschriften in den einzelnen Ländern voneinander unterscheiden, benötigen Verbraucher verlässliche Informationen, was bei der grenzüberschreitenden Inanspruchnahme von Dienstleistungen in der EU zu beachten ist.

Deshalb informiert das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) zu:

  1. Rechtsvorschriften und Anforderungen an den Verbraucherschutz in der EU
  2. Beratung und Hilfe in Einzelfragen
  3. Rechtsschutz im Streitfall

Unter anderem:

  • Privatschulen und Hauslehrende
  • Reisebüros, Freizeitparks, Sport- und Fitnessvereine
  • Fahrschulen, Mietwagenfirmen
  • Umzugsunternehmen
  • Strom, Gas, Wasser, Abfall, etc.
  • Immobilienwesen, Architekten, Handwerk
  • Personaldienstleistung (z.B. Headhunter)
  • Rechts- und Steuerberatung
  • Wirtschaftsprüfung
  • Sachverständige in Verkehrsunfallsachen
  • Bestattungsunternehmen

Beispielsweise:

  • Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen, Altersvorsorge, Anlageberatung)
  • Betreiber von Telefon-, Kabel-, Funk- und Satellitennetzen, sowie Internet
  • Fernseh- Hörfunk-, Kino- und Pressedienste
  • Leiharbeitsagenturen
  • Gesundheitsdienstleistungen (Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker, Psychotherapeuten, Krankenpfleger, Altenpfleger, Hebammen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Rettungsassistenten)
  • Glücksspiele in Spielcasinos einschließlich Lotterien und Wetten
  • Beurkundungen durch Notare, Verleihung der Prüfplakette durch den TÜV, Tätigkeiten von staatlich bestimmten Gerichtsvollziehern
  • Bestimmte staatliche, soziale Dienstleistungen (Sozialwohnungen, Kinderbetreuung, Unterstützung von Familien und hilfsbedürftigen Personen)
  • Staatliches und kommunales Schulwesen, sowie karitative oder ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Personen- und Gebäudeschutz, gewerblicher Transport und Aufbewahrung von Geld oder Wertsachen

Achtung: Manche dieser Ausnahmen werden allerdings von anderen Gemeinschaftsrechtsvorschriften abgedeckt.

Die Richtlinie gleicht die nationalen Rechtsvorschriften zu Dienstleistungen aneinander an und stellt sicher, dass Standards eingehalten werden. Dabei berücksichtigt sie die Besonderheiten der einzelnen Tätigkeiten und Berufe.

Weniger Bürokratie

Sie wollen eine Dienstleistung aus dem EU-Ausland nutzen? Dank der Richtlinie benötigen Sie in dem Fall keine Genehmigung der Behörden Ihres Wohnsitzlandes!

Diskriminierungsverbot

Verbraucher dürfen nicht aufgrund ihrer Nationalität oder ihres Wohnsitzes diskriminiert werden (z.B. Verweigerung der Dienstleistung, höhere Preise, schlechtere Vertragsbedingungen). Ausnahmen gelten nur bei objektiv gerechtfertigten Gründen.

Mehr Informationen zum Thema Diskriminierung

Recht auf Informationen

In jedem EU-Mitgliedsstaat (und in Island, Norwegen und Liechtenstein) gibt es eine Kontaktstelle, die Verbraucher über die rechtlichen Rahmenbedingungen und Rechtsschutzmöglichkeiten der anderen Länder informiert.

Dort erhalten sie auch Kontaktdaten von Verbänden und Organisationen, die sie darüber hinaus unterstützen.

Zudem haben Verbraucher ein Anrecht auf bestimmte Informationen seitens der Unternehmen (z.B. Kontaktdaten, AGB, Vertragsklauseln, anwendbares Recht und/oder Gerichtsstand).

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