Ein verlockendes Angebot
Diese bittere Erfahrung musste auch Heribert H. machen. Auf der Seite von Autoscout24 entdeckte er ein verlockendes Angebot: Einen Mazda MX5, Baujahr 8/2000 mit 95.000 km für nur 4.000 Euro. Heribert H. zögerte nicht lange und gab seine Kontaktdaten bei Autoscout24 ein. Kurz darauf bekam er eine Email aus England (Liverpool), die mit dem Namen Karla Hopfner* versehen war. Sie schrieb, dass ihr Großvater schwer erkrankt sei und nach England umgezogen wäre. Deshalb müsse sie den Wagen verkaufen, der im übrigen in einem einwandfreien Zustand sei. Frau Hopfner schlug vor, den Verkauf über eine Treuhand-Transportfirma (Inttcomp.com) abzuwickeln und die Bezahlung über Western Union zu tätigen. Es sei eine ganz sichere Sache. Heribert H. willigte ein. Beide Parteien registrierten sich bei Inttcomp. Herr H. zahlte 4000 bei Western Union ein und teilte die Transaktionsnummer dem Treuhänder mit. Daraufhin teilte dieser per Mail mit, dass das Auto in drei Tagen bei Herrn H. eintreffen werde.
Das Auto kam nie an
Die Treuhandfirma Inttcomp entpuppte sich für Heribert H. als Fake. Denn der Mazda traf nach den vereinbarten drei Tagen nicht ein und das Geld war längst von den Betrügern abgehoben. Das angebliche Treuhandunternehmen existierte in Wirklichkeit gar nicht. Die kurzfristig geschaltete Website sollte dem Kaufinteressentem lediglich den Eindruck von Seriosität vermitteln. Der vorab per Western Union gezahlte Kaufpreis wurde vermutlich direkt vom Empfänger - gegen Vorlage eines gefälschten Ausweises - bar bei einer der weltweiten Western Union Filialen abgeholt.
Western Union
Bei Western Union handelt es sich um einen schnellen, weltweiten Bargeld-Transfer. Dieser eignet sich hervorragend, um beispielsweise im Ausland in finanzielle Not geratene Familienangehörige oder gute Freunde innerhalb kürzester Zeit mit Bargeld zu versorgen. Von der Überweisung per Western Union an unbekannte Empfänger, ist jedoch dringend abzuraten. Ist das Geld einmal ausgezahlt, verlieren sich die Spuren. Die Chancen, die Betrüger ausfindig zu machen sind gleich null. Reisebank und Western Union weisen außerdem auf ihrer Internetseite darauf hin, dass Informationen, nach denen es sich bei Western Union um einen Treuhandservice handle, schlichtweg falsch sind.
Kein Einzelfall
Nicht nur beim Autokauf ist der Betrug mit Transaktionen über Western Union derzeit ein Thema. Auch beim Online-Auktionshaus Ebay fordern Verkäufer immer wieder Kaufpreiszahlungen per Western Union. Auch hier sollten Käufer vom Angebot abstand nehmen und sich nicht von einer Vielzahl positiver Berwetungen des Verkäufers täuschen lassen. Diese werden vom Verkäufer in der Regel zunächst - meist unter falschem Namen - über den Verkauf von Billigwaren gesammelt. Wenn im Anschluss daran die höherpreisigen Waren an der Reihe sind, zeigt der vermeintlich seriöse Verkäufer meist sein wahres Gesicht.
Wer bei ebay teure Waren erwirbt sollte den ebay-Treuhandservice verwenden. Bei anderen Online-Geschäften, bei denen sich Vorkasse nicht vermeiden lässt, ist nur ein anerkannter Treuhandservice wie z.B. Escrow Europa Srl zu empfehlen. Käufer sollten sich vom Verkäufer das Treuhandunternehmen keinesfalls vorschreiben lassen. Und auch hinter einer professionell gestalteten und vertrauenswürdig wirkenden Internetseite muss nicht ein seriöser Anbieter stecken.
* Name geändert
Weitere Informationen zum Thema Betrug mit Western Union:
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Reisebank: Sicherheitshinweis zum Bargeldtransfer |
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ZGNet.de: Betrug mit Transaktion über Western Union |






